Somborn in Bildern und Geschichte
Somborn - Geschichte, Gemeinschaft und Heimat
Eingebettet zwischen Feldern, Wiesen und bewaldeten Höhen liegt Somborn, der größte Ortsteil der Gemeinde Freigericht im Main-Kinzig-Kreis. Mit seiner über tausendjährigen Geschichte, seinem lebendigen Vereinsleben und seinen prägenden Bauwerken ist Somborn das Herz der Gemeinde – ein Ort, der Tradition und Moderne miteinander verbindet.
Die Anfänge – Über tausend Jahre Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung Somborns stammt aus dem Jahr 1025. In einer Urkunde aus dieser Zeit wird der Ort im Zusammenhang mit Besitz- und Rechtsverhältnissen im Gebiet des späteren Freigerichts genannt. Diese gesicherte Datierung markiert den historischen Beginn der schriftlich belegten Ortsgeschichte.
Der Name „Freigericht“ geht auf die besondere Gerichtsbarkeit zurück, die der Region im 12. und 13. Jahrhundertverliehen wurde. Das sogenannte Freigericht entwickelte sich zu einem eigenständigen Gerichtsbezirk mit besonderen Rechten – ein Privileg, das der heutigen Gemeinde Freigericht ihren Namen gab.
Über viele Jahrhunderte blieb Somborn landwirtschaftlich geprägt. Fachwerkhäuser, Höfe und kleine Handwerksbetriebe bestimmten bis ins 18. und 19. Jahrhundert das Ortsbild. Das Leben war eng mit der Natur und dem kirchlichen Jahreslauf verbunden.
Wandel und Entwicklung
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert veränderte sich auch Somborn allmählich. Verbesserte Verkehrswege und die Nähe zum Rhein-Main-Gebiet eröffneten neue wirtschaftliche Möglichkeiten. Dennoch bewahrte der Ort seinen dörflichen Charakter.
Ein bedeutender Einschnitt war die hessische Gebietsreform im Jahr 1970: Somborn schloss sich mit Altenmittlau, Bernbach, Horbach und Neuses zur neuen Großgemeinde Freigericht zusammen. Seitdem ist Somborn Verwaltungssitz und größter Ortsteil. In den 1970er- und 1980er-Jahren entstanden neue Wohngebiete, Schulen und Sportanlagen – der Ort wuchs, blieb jedoch seiner gewachsenen Struktur treu.
Gemeinschaft und Vereinsleben – Das soziale Herz Somborns
Das Vereinsleben ist seit dem 19. Jahrhundert ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Turnvereine, Gesangsvereine und kirchliche Gruppen prägten früh das Miteinander. Mit der Reichsgründung 1871 nahm das bürgerliche Engagement weiter zu – Vereine wurden zu wichtigen Trägern von Kultur, Sport und Geselligkeit.
Nach den schweren Jahren der Weltkriege gewann das Vereinswesen besonders ab 1945 neue Bedeutung. In den 1950er- und 1960er-Jahren standen Wiederaufbau und Gemeinschaft im Mittelpunkt. Sportplätze wurden erneuert, kulturelle Veranstaltungen ins Leben gerufen, Traditionen neu belebt.
Seit der Gebietsreform 1970 arbeiten die Vereine verstärkt ortsübergreifend innerhalb von Freigericht zusammen. In den 1980er- und 1990er-Jahren wurde die Jugendarbeit weiter ausgebaut und das Angebot stetig erweitert.
Bis heute engagieren sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich – als Trainer, Vorstandsmitglieder oder Organisatoren von Festen und Veranstaltungen. Ob Sport, Musik, Brauchtum oder soziales Engagement: Die Vereine bilden das soziale Rückgrat Somborns und verbinden Generationen miteinander.
Besondere Sehenswürdigkeiten
Somborn besitzt einige markante Bauwerke und Orte, die seine Geschichte widerspiegeln:
Pfarrkirche St. Anna – Sie prägt mit ihrem Turm das Ortsbild und steht seit Jahrhunderten im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens.
Historische Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die an die landwirtschaftlich geprägte Vergangenheit erinnern.
Alte Hofanlagen und Bildstöcke, die Zeugnis von der religiösen und bäuerlichen Tradition ablegen.
Die umliegenden Wälder und Wanderwege, die zur Erholung einladen und die naturnahe Lage des Ortes unterstreichen.
Diese Orte verbinden Vergangenheit und Gegenwart und machen Somborn unverwechselbar.
Somborn heute – Tradition mit Zukunft
Heute zählt Somborn mehrere tausend Einwohner und ist das lebendige Zentrum der Gemeinde Freigericht. Moderne Infrastruktur, ein starkes Vereinsleben und die Nähe zur Natur machen den Ort zu einem attraktiven Lebensmittelpunkt.
Seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1025 hat sich Somborn stetig weiterentwickelt. Was geblieben ist, sind Zusammenhalt, Engagement und die tiefe Verbundenheit zur eigenen Heimat.
Somborn ist nicht nur ein Ortsteil – es ist über tausend Jahre gelebte Geschichte und lebendige Gemeinschaft zugleich.



Somborner Wappen 2026
entwickelt von Manfred Noll
Erklärung des neuen Somborner Wappens
Im Rahmen der 1000 Jahrfeier von Somborn kam die Idee auf für unseren Ortsteil ein eigenes Wappen zu entwickeln.
Das neue Wappen von Somborn ist eng mit der sprachlichen und historischen Entwicklung des Ortsnamens verbunden. Es stellt eine bewusste Ableitung aus dem Namen „Somborn“ dar, der sich aus zwei bedeutungstragenden Bestandteilen zusammensetzt.
1. Früheste Namensform und sprachliche Entwicklung
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes findet sich in der Form „Suni bruno“. Diese Bezeichnung lässt sich in zwei Silben gliedern:
- „Suni“ / „Sunne“ / „Suno“: Diese Wortformen standen im mittelalterlichen Sprachgebrauch – insbesondere vor etwa 1000 Jahren – in der Region mehrfach für die Sonne.
- „bruno“: Dieser Begriff ist als Brunnen oder Quellbrunnen zu verstehen.
Im Laufe der Jahrhunderte unterlag der Ortsname einem sprachlichen Wandel:
Aus „Suni“ entwickelte sich „Som“, und aus „bruno“ wurde „Born“. Letzteres ist typisch für den mitteldeutschen Sprachraum, in dem „Born“ gleichbedeutend mit „Quelle“ oder „Brunnen“ ist. Während im süddeutschen Raum häufiger „Born“ verwendet wurde und im norddeutschen Raum eher „Brunnen“, kamen in der hiesigen Region beide Begriffe parallel vor.
2. Bedeutung der Bestandteile „Sonne“ und „Brunnen“
Die Kombination von Sonne und Brunnen ist sowohl sprachlich als auch symbolisch äußerst aussagekräftig:
- Die Sonne galt im Mittelalter als starkes positives Symbol. Sie stand für Leben, Fruchtbarkeit, Ordnung, Gesundheit und teilweise auch für göttliche Kraft.
- Ein Brunnen war von zentraler Bedeutung für das tägliche Leben. Vor der Einführung moderner Wasserleitungen – die erst vor rund 100 Jahren nach und nach entstanden – war er die wichtigste Quelle für Trinkwasser.
Die Region um Somborn war zudem hydrologisch sehr wasserreich. Zahlreiche Quellbäche, Feuchtgebiete sowie Schilf- und Bachlandschaften prägten das Gebiet. Viele dieser Flächen wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts trockengelegt. Entsprechend verbreitet und leicht anzulegen waren Brunnen.
Ein Brunnen mit dem Bezug zur „Sonne“ deutet daher vermutlich auf eine besondere Qualität des Wassers hin. Möglich ist etwa:
- eine Lage an einem sonnigen Ort,
- ein besonders klares, im Licht funkelndes Wasser,
- oder die symbolische Zuschreibung von Reinheit und Heilkraft.
Im Mittelalter spielte die Wasserqualität eine große Rolle: Geschmack, Geruch, Temperatur und die Erfahrung, dass das Wasser nicht krank machte, waren entscheidende Kriterien. Ein „Sonnenbrunnen“ dürfte daher als besonders hochwertig gegolten haben.
3. Soziale und wirtschaftliche Bedeutung der Brunnen
Brunnen waren nicht nur Versorgungsorte, sondern auch soziale Treffpunkte. Hier kamen Menschen zusammen, tauschten Neuigkeiten aus und pflegten Gemeinschaft.
Zudem lag Somborn an der historischen Birkenhainer Straße, einer bedeutenden Handelsroute. Reisende und Händler machten hier Rast und waren auf zuverlässige Wasserquellen angewiesen. Ein Brunnen mit gutem Ruf – wie ein „Sonnenbrunnen“ – stellte somit einen wichtigen Standortvorteil dar.
Auch die Namensgebung erfüllte einen praktischen Zweck: Sie half, einzelne Brunnen voneinander zu unterscheiden
4. Alternative Deutungen des Ortsnamens
Neben der naheliegenden Herleitung aus „Sonne“ und „Brunnen“ existieren weitere Hypothesen:
- Westfälische Siedlerthese
Zur Zeit Karls des Großen könnten Siedler aus dem westfälischen Raum in die Region gekommen sein und Namen wie „Suni Bruno“ oder „Somborn“ mitgebracht haben. Auch hier bleibt jedoch der Bezug zu „Sonne“ und „Brunnen“ erhalten. - Personennamen-Hypothese
In der fränkischen Besiedlungszeit (5.–6. Jahrhundert) war es üblich, Orte nach ihren Gründern zu benennen. Demnach könnte ein Mann namens „Suni“ oder „Suno“ der Ortsgründer gewesen sein. Unklar bleibt jedoch, warum sich zusätzlich der Bestandteil „Brunnen/Born“ im Namen etablierte.
Alle diese Ansätze sind bislang nicht eindeutig belegt und bleiben daher spekulativ.
5. Schlussbetrachtung und Bezug zum Wappen
Die wahrscheinlichste Erklärung ist die Herleitung des Ortsnamens aus den Begriffen Sonne und Brunnen. Diese Kombination spiegelt sowohl die natürlichen Gegebenheiten der Region als auch die kulturelle Bedeutung von Wasser und Symbolik im Mittelalter wider.
Das neue Somborner Wappen greift diese Deutung auf: Es visualisiert die beiden zentralen Elemente – Sonne und Quelle/Brunnen – und stellt damit eine anschauliche Verbindung zwischen Geschichte, Sprache und Identität des Ortes her.
Damit ist das Wappen nicht nur ein heraldisches Zeichen, sondern auch ein verdichteter Ausdruck der historischen Entwicklung und Lebenswirklichkeit Somborns.
Ergänzend zu den historischen und sprachlichen Wurzeln des Wappens kommt seiner Symbolik auch für die Gegenwart und Zukunft eine besondere Bedeutung zu. Die dargestellten Elemente – Sonne und Wasser – stehen für die grundlegenden Voraussetzungen allen Lebens auf der Erde. Ohne die Sonne gäbe es weder Licht noch Wärme, kein Wachstum der Pflanzen und keine Energiequelle, die das Leben ermöglicht.
Ebenso unverzichtbar ist das Wasser: Ohne ausreichende Wasserversorgung könnten weder Pflanzen gedeihen noch Menschen und Tiere existieren. Beide Elemente bilden gemeinsam die Basis für eine gesunde Umwelt und eine hohe Lebensqualität. In diesem Sinne erinnert das Somborner Wappen nicht nur an die Vergangenheit, sondern mahnt zugleich zu einem bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen – ein Gedanke, der gerade mit Blick auf zukünftige Generationen von großer Bedeutung ist.
Abschließend ist hervorzuheben, dass das Somborner Wappen nicht in Konkurrenz zum bestehenden Gemeindewappen des Freigerichts steht. Vielmehr versteht es sich als ergänzendes Angebot für den Ortsteil Somborn. Es soll Vereinen, Gruppen und Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, eine eigene, historisch begründete Identifikation zu pflegen und ein Wappen mit tiefem, bis zu tausend Jahre zurückreichendem Bezug zu nutzen. Das offizielle Wappen der Gesamtgemeinde Freigericht bleibt davon unberührt und behält selbstverständlich seine übergeordnete Bedeutung. Somit entsteht keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung, die die lokale Identität stärkt und zugleich die Einheit der Gemeinde wahrt.
Anmerkung und Danksagung: Die Idee wurde dankenswerterweise von Manfred Noll eingebracht, umgesetzt und auch die Grafiken realisiert.



Somborner Ortsansicht 1592
überarbeitet von Manfred Noll
Auf der Zeichnung aus der alten Landkarte des Freigerichtes von Adam Bernhard Jordan aus dem Jahre 1592 verdichtet sich das Bild des Dorfes Somborn zu einem Sinnbild seiner damaligen Bedeutung. Nicht jedes Haus ist als exakte Wiedergabe zu verstehen, vielmehr scheint der Zeichner jene Gebäude hervorgehoben zu haben, die für das Leben der Gemeinde besonders wichtig und von besonderem Rang waren. Im Mittelpunkt erhebt sich deutlich sichtbar der Kirchenbau. Wahrscheinlich ist hier die alte gotische Kirche dargestellt, deren Errichtung in das frühe 15. Jahrhundert fällt. Als möglicher Bauherr wird häufig Pfarrer Johann Ilgus genannt, der von 1437 bis 1455 Pfarrer von Somborn war. Vielleicht wurde der Bau aber bereits unter seinem Vorgänger begonnen. Die Kirche stand als geistliches Zentrum über dem Dorf, mit ihrem massiven Turm weithin sichtbar für Reisende und Bewohner gleichermaßen.
Sie war Ort des Gottesdienstes, der Feste, der Taufen und Begräbnisse: das Herz der Gemeinde. Nahebei dürfte auch das traditionsreiche Gasthaus zur Krone dargestellt sein, das bereits früh urkundlich erwähnt wurde. Mit der Lage von Somborn an der bedeutenden Birkenhainer Straße machte es das Gasthaus zu einem unverzichtbaren Rastplatz für Fuhrleute, Händler und Reisende. Hier fanden sie Speise, Trank und ein Lager für die Nacht, während Pferde ausgespannt und Wagen zur Ruhe gebracht wurden. Das Wirtshaus war damit nicht nur Herberge, sondern zugleich ein Ort des Austauschs von Nachrichten, Handelsbeziehungen und Geschichten aus nahen und fernen Gegenden. Von besonderer Bedeutung war ebenso das sogenannte Spillinghaus. Dieses Gebäude diente als Gerichts- und Versammlungshaus und kann als Vorläufer eines späteren Rathauses angesehen werden. Hier tagte das Zehntgericht von Somborn, hier wurden Streitigkeiten geschlichtet, Abgaben geregelt und wichtige Entscheidungen für die Dorfgemeinschaft getroffen. Es war das weltliche Zentrum von Somborn, ein Haus der Ordnung, des Rechts und der gemeinsamen Verantwortung. Ergänzt wurde dieses Ensemble durch die Hofreiden und Wirtschaftsgebäude des Pfarrhofes. Um 1605-1609 ließ Pfarrer Andreas Heyner neue Fachwerkbauten errichten: ein neues Pfarrhaus, Scheunen, Stallungen und weitere Nutzgebäude ersetzten ältere, bereits baufällige Bauten. In den Urkunden wird hierfür die beachtliche Bausumme von 941 Gulden, 11 Albus und 4 Pfennigen genannt, für damalige Verhältnisse ein außerordentlich hoher Betrag.
Dies lässt darauf schließen, dass es sich um besonders stattliche und ansehnliche Gebäude gehandelt haben muss. Pfarrer Andreas Heyner galt offenbar als Mann, der Wert auf Repräsentation und sichtbaren Wohlstand legte. So entstand ein eindrucksvoller Pfarrhof mit Speichern, Scheunen und Stallungen, der die Bedeutung des geistlichen Besitzes weithin sichtbar machte. So zeigt die Ansicht von 1592 nicht nur Häuser und Dächer, sondern ein lebendiges Gemeinwesen: die Kirche für Glauben und Gemeinschaft, das Wirtshaus für Handel und Begegnung, das Spillinghaus für Recht und Verwaltung sowie die Hofreiden für Versorgung und Arbeit. In ihrer Zusammenstellung wird sichtbar, was Somborn damals ausmachte, ein Dorf von Bedeutung an einer wichtigen Straße, geprägt von Frömmigkeit, Handelssinn und geordnetem Gemeinwesen.

Pfarrkirche St.Anna
Die Pfarrkirche St. Anna ist seit Jahrhunderten das religiöse Zentrum von Somborn. Als Schutzpatronin wurde die heilige Anna gewählt, die in der christlichen Tradition als Mutter Marias und Großmutter Jesu verehrt wird – ein Sinnbild für Familie, Weitergabe des Glaubens und Generationenverbundenheit.
Bereits im Mittelalter bestand in Somborn eine kirchliche Struktur. Die heutige Kirche geht in ihrer Entwicklung auf frühere Vorgängerbauten zurück. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gotteshaus mehrfach erweitert und baulich angepasst, um der wachsenden Gemeinde gerecht zu werden. Besonders prägend ist der markante Kirchturm, der das Ortsbild bis heute bestimmt.
Nach den Zerstörungen und Entbehrungen der Weltkriege war St. Anna nicht nur Ort des Gebets, sondern auch der Hoffnung und des Zusammenhalts. Hier fanden Dankgottesdienste, Trauerfeiern und Neubeginne ihren Raum. Auch in der Zeit des Wachstums nach der Gebietsreform 1970 blieb die Kirche ein zentraler Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger von Freigericht.
Bis heute ist St. Anna mehr als ein Bauwerk: Sie ist ein Ort der Begegnung, der Tradition und des lebendigen Gemeindelebens – ein geistliches Herzstück Somborns.
Hof Trages –
Historischer Landsitz mit bewegter Vergangenheit
Hof Trages, idyllisch zwischen Somborn und Alzenau gelegen, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im Mittelalter bestand an dieser Stelle eine befestigte Anlage, die vermutlich dem Schutz und der Verwaltung landwirtschaftlicher Güter diente.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Hof Trages zu einem repräsentativen Gutshof mit Herrenhaus. Besonders im 18. Jahrhundert erhielt die Anlage ihr bis heute prägendes Erscheinungsbild. Der Besitz wechselte mehrfach zwischen Adelsfamilien und privaten Eigentümern, blieb jedoch stets ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region.
Die weitläufige Parkanlage und die historischen Gebäude verleihen Hof Trages bis heute einen besonderen Charakter. Nach wechselvollen Zeiten – insbesondere während der Umbrüche des 19. und 20. Jahrhunderts – wurde das Anwesen erhalten und restauriert.
Heute steht Hof Trages für die Verbindung von Geschichte, Natur und regionaler Identität. Als markanter Ort in der Umgebung von Freigericht ist er ein Stück lebendige Vergangenheit und zugleich ein eindrucksvolles Zeugnis hessischer Gutshofkultur.

Kriegerdenkmale
Text: S.Buchhaupt - Zur Verfügung gestellt vom Heimat- und Geschichtsverein Somborn (Text und Fotos)
Auf diesem Platz befinden sich drei Denkmale für vier Kriege im Zeitraum zwischen 1866 und 1945. Die ersten beiden Denkmale wurden auf Initiative des Kriegervereins Somborn errichtet, das dritte Denkmal – ein Mahnmal – durch die Gemeinde Somborn nach dem zweiten Weltkrieg.
Für die Geschichtswissenschaft sind Denkmale Sachquellen. Gemäß dem Motto, dass Geschichte nicht nur in Büchern stattfindet, begannen einige Lehrer und Schüler der Kopernikusschule, sich mit den Denkmalen zu beschäftigen. Diese Informationstafel soll beim Verständnis der Aussagen der Denkmale helfen, insbesondere aber die historischen Umstände ihrer Errichtung beleuchten. Nur eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit kann zu dem oft geforderten „Lernen aus der Geschichte“ führen.
Die etwa achtzig Jahre andauernde Epoche von 1866 bis 1945, geprägt von einem übersteigerten Nationalismus und gleichzeitig aggressiver Abgrenzung gegen andere Völker, was zu brutalen Kriegen führte, erscheint uns heute fremd. Das gilt auch für die „deutsch-französische Erbfeindschaft“ und die Glorifizierung gefallener Soldaten als „Helden“. Wichtige Akteure in diesem Zusammenhang waren die lokalen Kriegervereine und der 1899 gegründete „Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser“, die sich nicht nur um militärische Traditionspflege und angemessene Begräbnisse für Soldaten kümmerten, sondern auch politisch gegen Bestrebungen zur Völkerverständigung agierten und die „Bereitschaft zum Krieg“ in der Gesellschaft förderten.
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